Bewertungsgesetz

Das Bewertungsgesetz regelt die Festsetzung von Werten bezogen auf Vermögensgegenstände für die Steuer (auch „steuerliche Bewertungen“ genannt). Die offizielle Abkürzung ist BewG und es trat erstmals am 1.1.1935 in Kraft. Das Bewertungsgesetz unterscheidet bei der Bemessung mehrere Bewertungsmaßstäbe:

der gemeine Wert (§ 9 BewG)
Der gemeine Wert wird durch den Preis bestimmt, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Wirtschaftsgutes bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Dabei sind alle Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse sind nicht zu berücksichtigen. Ist bei der Bewertung nichts anderes vorgeschrieben, gilt der gemeine Wert als Grundlage.

der Teilwert (§ 10 BewG)
Der Teilwert ist der Betrag, den ein Erwerber des ganzen Unternehmens im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde.

der Steuerbilanzwert (§ 109 BewG)
Der Steuerbilanzwert richtet sich nach der Aufstellung des Betriebsvermögens unter Beachtung steuerlicher Grundsätze.

der Ertragswert (§ 36 BewG)
Der Ertragswert ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Bei seiner Ermittlung ist von der Ertragsfähigkeit auszugehen. Ertragsfähigkeit ist der bei ordnungsmäßiger und schuldenfreier Bewirtschaftung mit entlohnten fremden Arbeitskräften gemeinhin und nachhaltig erzielbare Reinertrag. Der Ertragswert ist das Achtzehnfache des Reinertrags.

Im Bewertungsgesetz sind folgende Feststellungsarten definiert:

  • Hauptfeststellung (§ 21 BewG)
  • Artfortschreibung (§ 19 Abs. 3 BewG)
  • Zurechnungsfortschreibung (§ 19 Abs. 3 Nr. 2 BewG)
  • Fortschreibungen (§ 22 BewG)
  • Aufhebung des Einheitswerts (§ 24 BewG)
  • Feststellung von Grundbesitzwerten (§ 138 BewG)
  • Feststellung des Werts von anderen Vermögensgegenständen und Schulden (§ 151 BewG)
  • Feststellung von Grundbesitzwerten, von Anteilswerten und von Betriebsvermögen (§ 157 BewG)

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